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Das passende Gebiss für Ihr Pferd wählen
Ein gut gewähltes Gebiss erleichtert die Anlehnung. So finden Sie das richtige für das Maul und die Bedürfnisse Ihres Pferdes.
Von Javols4 Min. Lesezeit
Ein passendes Gebiss zu wählen heißt, ein Mundstück zu finden, dessen Größe, Material und Wirkung zum Maul des Pferdes und zum Können des Reiters passen. Eine schlechte Wahl erzeugt Spannungen; eine gute macht die Verbindung klarer und angenehmer für beide. Die meisten Anlehnungsprobleme kommen jedoch zuerst von der Hand oder der Verschnallung, nicht vom Gebiss selbst.
Das Maul richtig messen
Die Größe ist das erste Kriterium. Ein zu schmales Gebiss klemmt die Maulwinkel ein; ein zu breites verrutscht und kann die Laden verletzen. Legen Sie zum Messen eine Schnur oder ein Probegebiss ins Maul, von einem Maulwinkel zum anderen, und notieren Sie den Abstand. Geben Sie auf jeder Seite etwa einen halben Zentimeter dazu.
Übliche Größen reichen von 10,5 cm für kleine Ponys bis 14,5 oder 15 cm für große Pferde. Die Marken weichen leicht voneinander ab. Probieren Sie im Zweifel zwei benachbarte Größen. Das Pferd muss das Maul ohne Mühe schließen können, und das Gebiss darf nicht zu weit über die Maulwinkel hinausragen. Achten Sie auch auf die Stärke: Ein enges Maul verträgt ein zu dickes Gebiss schlecht.
Materialien und Formen
Das Material beeinflusst Geschmack und Gefühl.
- Edelstahl: neutral, langlebig, pflegeleicht.
- Kupfer und kupferhaltige Legierungen: oft gut angenommen, weil sie den Speichelfluss fördern.
- Sweet Iron (Süßeisen): Eisen, das an der Oberfläche leicht oxidiert; dieser Geschmack fördert ebenfalls den Speichelfluss. Es sollte nach dem Reiten getrocknet werden.
- Gummi oder Kunststoff: weicher, nützlich für sehr empfindliche Mäuler, nutzt sich aber schneller ab.
Auch die Form des Mundstücks zählt. Die einfach gebrochene Wassertrense ist am weitesten verbreitet. Ein gerades oder leicht gebogenes Stangenmundstück wirkt gleichmäßiger auf die Zunge. Ein doppelt gebrochenes Gebiss mit Mittelstück passt sich der Maulform besser an und mildert den „Nussknackereffekt“. Ein Gebiss mit Zungenfreiheit (anatomisch) lässt der Zunge mehr Platz.
Olivenkopf und lose Ringe beschreiben nicht das Mundstück, sondern die Seitenteile des Gebisses: Eine Olivenkopftrense liegt ruhiger im Maul, eine Trense mit losen Ringen bewegt sich mehr. Beginnen Sie immer so einfach wie möglich. Ein komplexes Gebiss korrigiert keine harte Hand.
Wirkung des Gebisses
Eine Trense wirkt vor allem auf Zunge, Laden und Maulwinkel. Je dicker sie ist, desto weicher ist die Wirkung in der Theorie, doch ein zu dickes Gebiss kann in einem kleinen Maul stören. Die Wirkung hängt auch von der Reiterhand ab: Eine ruhige, leichte Hand ist mehr wert als ein „weiches“ Gebiss mit harter Hand. Beobachten Sie, wie das Pferd in den ersten Minuten reagiert.
Ausprobieren und verschnallen
Probieren Sie das Gebiss im Stand und dann in der Bewegung. Das Pferd sollte kauen, Speichel bilden und die Anlehnung annehmen, ohne sich festzumachen, mit dem Kopf zu schlagen oder die Zunge über das Gebiss zu legen. Achten Sie auch auf die Maulwinkel: Eine leichte Falte ist normal, eine Verletzung nicht.
Die Verschnallung der Trense beeinflusst das Gebiss. Die Backenstücke müssen das Gebiss richtig liegen lassen, ohne das Maul nach oben zu ziehen. Eine schlecht verschnallte Trense kann ein gutes Gebiss unbequem machen. Prüfen Sie auch, dass das Gebiss nicht übermäßig auf Wolfszähne oder Laden drückt.
Zeigt das Pferd Unbehagen (verweigerte Anlehnung, hoher Kopf, festgehaltener Kiefer), überprüfen Sie zuerst Hand und Verschnallung, bevor Sie das Gebiss wechseln. Zu häufige Wechsel verhindern, dass sich das Pferd gewöhnt. Lassen Sie ihm mehrere Einheiten Zeit, sich an ein neues Gebiss anzupassen.
Anzeichen, dass ein Gebiss nicht passt
- Das Pferd schlägt mit dem Kopf, sobald Sie die Zügel aufnehmen.
- Es reißt das Maul weit auf oder legt die Zunge über das Gebiss.
- Es will nicht vorwärts oder widersetzt sich.
- An Maulwinkeln oder Laden zeigen sich Verletzungen.
Überprüfen Sie in diesen Fällen das Ganze (Gebiss, Trense, Hand), statt ein Gebiss nach dem anderen auszuprobieren.
Pflege und Ersatz
Reinigen Sie das Gebiss nach jedem Gebrauch. Prüfen Sie den Verschleiß: Ein verbogenes oder raues Gebiss verletzt. Ersetzen Sie es, sobald es ungewöhnliche Abnutzung zeigt. Ein gut gepflegtes Gebiss hält jahrelang. Lagern Sie es trocken, damit es nicht korrodiert.
Bevor Sie das Gebiss wechseln, prüfen Sie auch die Verschnallung der Trense: Die Ratgeber erklären jedes Teil, und weitere praktische Tipps finden Sie im Blog. Wenn Sie Mundstücke einmal in echt sehen möchten, schauen Sie im Shop vorbei. Eine Frage zum Maul eines bestimmten Pferdes? Schreiben Sie mir über die Kontaktseite.
Ein passendes Gebiss erkennt man an einem ruhigen Pferd und einer guten Anlehnung. Nehmen Sie sich Zeit für das Messen und schrittweise Proben: Das bringt meist mehr, als viele Modelle zu wechseln. Einfachheit und Beständigkeit führen in der Regel zu besseren Ergebnissen.
Häufige Fragen
Wie messe ich die Gebissgröße?
Messen Sie die Maulbreite von Maulwinkel zu Maulwinkel und geben Sie auf jeder Seite etwa einen halben Zentimeter dazu. Ein zu schmales oder zu breites Gebiss verletzt.
Welches Material ist das richtige?
Edelstahl ist verbreitet und robust. Kupfer, kupferhaltige Legierungen und Sweet Iron (Süßeisen) fördern oft das Kauen und den Speichelfluss. Die Wahl hängt von der Empfindlichkeit des Pferdes ab.
Reicht ein einfaches Gebiss immer?
Für die meisten Freizeitpferde ja. Ein komplexeres Gebiss ist nur gerechtfertigt, wenn das einfache nicht passt und die Reiterhand überprüft wurde.
Wann sollte ich das Gebiss wechseln?
Wenn das Pferd trotz guter Verschnallung die Anlehnung verweigert, mit dem Kopf schlägt oder Unbehagen zeigt. Ein schrittweiser Versuch ist besser.