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Hufpflege: tägliche Pflege und Hufbearbeitung
Ohne Huf kein Pferd. Die konkrete Routine für feste, gesunde Hufe.
Von Javols4 Min. Lesezeit
Die Hufe tragen das ganze Gewicht des Pferdes und fangen bei jedem Tritt die Stöße ab. Regelmäßige Pflege (Auskratzen, Hufbearbeitung und passende Pflegemittel) beugt den meisten Problemen mit Horn und Strahl vor. Der alte Spruch „Ohne Huf kein Pferd“ ist nach wie vor die beste Regel. Zu trockenes Horn wird rissig, zu weiches Horn läuft auseinander und begünstigt Infektionen.
Die tägliche Routine
Das Auskratzen ist die Grundlage. Es entfernt Schlamm, Steine und Schmutz, die Infektionen oder Hufabszesse begünstigen. Zudem bemerken Sie so früh eine Empfindlichkeit oder einen ungewöhnlichen Geruch.
- Heben Sie den Huf an und halten Sie ihn sicher fest, ohne Ihre eigene Sicherheit aus den Augen zu verlieren.
- Führen Sie den Hufkratzer von den Trachten zur Zehe und räumen Sie die Strahlfurchen auf beiden Seiten des Strahls gut aus.
- Prüfen Sie den Strahl: Er sollte elastisch sein, ohne starken Geruch und ohne weiche, faulige Stellen. Ein gesunder Strahl fühlt sich gummiartig an.
- Sehen Sie sich die Hufwand an: Risse, Hornspalten oder bröckelige Stellen verdienen Aufmerksamkeit. Achten Sie auch darauf, ob die Sohle auf den Hufkratzer empfindlich reagiert.
Kratzen Sie die Hufe vor und nach jedem Ritt aus und mindestens einmal täglich, auch bei Weidepferden. Ein Pferd, das lange im Matsch oder auf hartem Boden steht, braucht häufigere Kontrollen. Im Winter setzen Matsch und Frost dem Horn besonders zu.
Hufbearbeitung und Beschlag
Die Hufbearbeitung bringt den Huf ins Gleichgewicht und erhält seine korrekte Form. Sie erfolgt meist alle 6 bis 8 Wochen; der Abstand hängt aber vom Hornwachstum, von der Arbeit und vom Boden ab. Ein Pferd, das viel auf abriebstarkem Boden arbeitet, nutzt die Hufe schneller ab.
- Beschlagene Pferde: Der Hufschmied prüft die Abnutzung der Eisen und den Sitz der Nägel und bringt den Huf wieder ins Gleichgewicht. Ein zu stark abgelaufenes oder schlecht sitzendes Eisen erzeugt Spannungen.
- Barhufer: Die Bearbeitung folgt der natürlichen Hufform und dem Untergrund. Manche Hufe kommen damit sehr gut zurecht, andere brauchen häufigere Unterstützung.
- Fohlen und Jungpferde: Eine frühe Hufbearbeitung hilft, Stellungsfehler zu korrigieren und das Wachstum zu begleiten.
Ein guter Hufschmied achtet auch darauf, wie das Pferd in der Bewegung fußt. Stellungsfehler lassen sich früh besser korrigieren als spät. Bei Unsicherheit wegen einer Lahmheit oder Empfindlichkeit fragen Sie den Tierarzt, bevor Sie alles dem Huf zuschreiben. Hufschmied und Tierarzt arbeiten bei diesen Fragen oft zusammen.
Die richtige Pflege für Jahreszeit und Hufzustand
Das Horn braucht ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Schutz. Zu viel Nässe macht es weich und begünstigt Fäulnis; zu viel Trockenheit macht es spröde und rissig.
- Trockene Zeit (Sommer, harter Boden, trockene Weiden): Huffett oder pflegende Öle, damit das Horn elastisch bleibt. Auf die Hufwand und bei trockener Sohle eventuell auch auf die Sohle auftragen. Meiden Sie sehr fettige Produkte, die Staub anziehen.
- Nasse Zeit (Herbst, Winter, Matsch, nasse Paddocks): eher austrocknende oder schützende Produkte (Holzteer auf Sohle und Strahl), um Fäulnis vorzubeugen. Teer sparsam und nur auf den betroffenen Stellen verwenden.
- Strahlfäule: gründliche Reinigung und ein spezielles desinfizierendes Pflegemittel. Nicht einreißen lassen: Tägliches Reinigen und schrittweises Austrocknen machen oft den Unterschied.
- Sprödes oder rissiges Horn: intensive Pflege und bei Bedarf die Meinung des Hufschmieds, ob die Bearbeitung oder die Fütterung eine Rolle spielt.
Tragen Sie die Produkte auf saubere, trockene Hufe auf. Sprays sind praktisch, können aber manche Pferde erschrecken; mit dem Pinsel arbeiten Sie genauer und dosieren besser. Eine Auswahl an Hufpflegeprodukten finden Sie im Shop.
Warnzeichen
Manche Veränderungen erfordern sofort fachlichen Rat:
- Lahmheit, auch leichte, oder Unwilligkeit, auf hartem Boden aufzufußen.
- Ungewöhnliche Wärme am Huf oder starke Pulsation an den Zehenarterien.
- Schwarzer, weicher, übel riechender Strahl, der trotz Pflege nicht besser wird.
- Tiefe Hornspalten oder eine Trennung der weißen Linie.
- Verdacht auf einen Hufabszess (das Pferd entlastet einen Huf deutlich, lokale Wärme).
Rufen Sie dann Hufschmied und Tierarzt. Pflegemittel helfen, ersetzen aber keine Diagnose. Für allgemeine Informationen zur Hufgesundheit bietet das französische Pferdeinstitut IFCE nützliche Unterlagen (auf Französisch): https://equipedia.ifce.fr/
Hufe und Zucht
Ein guter Huf erleichtert die Arbeit und eine lange sportliche Laufbahn. Die Verkaufspferde der Zucht werden auf der Website vorgestellt. Für das Putzen und die Wahl der Ausrüstung gibt es jeweils eigene Beiträge in den Ratgebern.
Einen gesunden Huf erkennt man an einem elastischen Strahl, einer glatten Hufwand und einem Pferd, das sich auf jedem Untergrund frei bewegt. Tägliches Auskratzen und regelmäßige Hufbearbeitung erledigen bereits den größten Teil der Arbeit. Pflegeprodukte ergänzen sie, passend zu Jahreszeit und Pferd. Beobachten Sie, kratzen Sie aus, und ziehen Sie Fachleute hinzu, sobald Sie Zweifel haben.
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Häufige Fragen
Wie oft sollten die Hufe bearbeitet werden?
In der Regel alle 6 bis 8 Wochen, bei Barhufern wie bei beschlagenen Pferden, je nach Hornwachstum und Arbeit. Der Hufschmied passt den Abstand an.
Muss ich die Hufe jeden Tag einfetten?
Nicht unbedingt. Richten Sie sich nach Jahreszeit und Hornqualität: bei Trockenheit pflegen, bei Nässe schützen. Das tägliche Auskratzen hat Vorrang.
Was tun bei Strahlfäule?
Gründlich reinigen, trocken halten und ein spezielles Pflegemittel verwenden. Bleibt es hartnäckig oder wird es schlimmer, den Hufschmied oder den Tierarzt fragen.
Brauchen Barhufer mehr Pflege?
Sie brauchen eine regelmäßige Bearbeitung und aufmerksame Beobachtung, aber nicht unbedingt mehr Pflegemittel. Die Anpassung an den Boden spielt eine große Rolle.
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