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Den richtigen Reithelm wählen: Norm und Größe

Der Reithelm ist die wichtigste Sicherheitsausrüstung. So wählen Sie ihn nach der geltenden Norm und der Größe Ihres Kopfes.

Von Javols3 Min. Lesezeit

Eine Reiterin mit schwarzem Reithelm und geschlossenem Kinnriemen auf einem Fuchs in einer überdachten Reithalle

Einen Reithelm zu wählen heißt, einen Helm zu finden, der der geltenden europäischen Norm entspricht, richtig auf Ihrem Kopf sitzt und in gutem Zustand ist. Bei einem Sturz schützt keine Ausrüstung wirksamer. Ein schlechter Sitz oder eine veraltete Norm verringern den tatsächlichen Schutz deutlich.

Die aktuelle europäische Norm

Die Referenznorm für Helme im Reitsport ist die EN 1384:2023. Sie wurde am 11. Dezember 2023 als harmonisierte Norm im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht (Mitteilung von CEN-CENELEC, auf Englisch). Sie legt die Anforderungen an Aufbau, Stoßdämpfung, mechanische Festigkeit und Rückhaltesystem fest.

Gegenüber den früheren Fassungen kommt eine Prüfung auf einem „Hazard“-Amboss hinzu (ein Aufprall auf eine Kante, etwa eine Hindernisstange), und die Anforderungen an Stoßdämpfung und mechanische Festigkeit wurden erhöht. Ein konformer Helm trägt die CE-Kennzeichnung und den Hinweis auf die EN 1384:2023. Prüfen Sie das Etikett im Helm: Die Angabe muss klar und vollständig sein.

Im Turnier

Welche Normen akzeptiert werden, hängt vom Verband und von der Disziplin ab, und es ändert sich. Die Fédération Équestre Internationale (FEI) wendet seit dem 1. Januar 2026 eine neue Liste anerkannter Normen an, die zusätzlich eine Qualitätskontrolle der Produktion verlangt. In der Schweiz schreibt Swiss Equestrian zum Beispiel für das Gelände einen Helm nach EN 1384:2023 vor (Reglement Concours Complet). Lesen Sie vor einem Turnier das geltende Reglement Ihres Verbands. Wer neu kauft, wählt mit der EN 1384:2023 die sichere Seite.

Die richtige Größe und Passform

Gemessen wird rund um den Kopf, knapp über den Ohren und den Augenbrauen. Reithelme gibt es in mehreren Größen; manche lassen sich innen verstellen (Drehrad oder Polster).

Ein gut sitzender Reithelm:

  • sitzt fest, ohne schmerzhafte Druckstellen;
  • bewegt sich kaum, wenn Sie den Kopf schütteln;
  • lässt die Ohren frei und behindert die Sicht nicht;
  • hat einen Kinnriemen, unter den ein Finger passt, ohne dass der Helm nach oben rutscht.

Probieren Sie den Helm mit der Frisur, die Sie beim Reiten tragen. Ein zu großer Helm verrutscht; ein zu kleiner drückt und wird auf Dauer unbequem. Gehen Sie beim Anprobieren, beugen Sie sich vor und schütteln Sie den Kopf. Der Helm darf sich dabei nicht spürbar bewegen.

Pflege und Lebensdauer

Ersetzen Sie den Helm nach jedem stärkeren Aufprall, auch wenn kein Riss zu sehen ist. Die Stoßdämpfung kann beeinträchtigt sein. Auch ohne Sturz altern die Materialien: Viele Hersteller raten, den Helm nach einigen Jahren Gebrauch zu ersetzen (oft um die fünf Jahre). Halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung und notieren Sie das Kaufdatum.

Reinigen Sie das Innere regelmäßig und lagern Sie den Helm vor großer Hitze und direkter Sonne geschützt. Prüfen Sie vor jedem Gebrauch Kinnriemen und Verschluss. Ein abgenutzter Kinnriemen oder ein defekter Verschluss gefährdet die Sicherheit.

Worauf Sie achten sollten

  • Kaufen Sie nie einen gebrauchten Helm, dessen Vorgeschichte Sie nicht kennen.
  • Prüfen Sie, dass die Normangabe gut lesbar ist.
  • Ein beschädigter Helm (Riss, Verformung, abgenutzter Kinnriemen) muss sofort ersetzt werden.
  • Ein Helm, der einen Aufprall abbekommen hat, gehört entsorgt, auch wenn er unversehrt aussieht.

Der Praxistest

Probieren Sie den Helm vor dem Kauf im Sitzen, im Stehen und in Bewegung. Prüfen Sie, dass er weder das seitliche Sichtfeld noch eine Brille behindert, falls Sie eine tragen. Einen bequemen Helm tragen Sie auch konsequent. Unbequemlichkeit verleitet manchmal dazu, ihn wegzulassen, und dann schützt er gar nicht.

Ein normgerechter, gut sitzender Reithelm ist die wichtigste Investition in Ihre Sicherheit. Nehmen Sie sich Zeit für die Anprobe und prüfen Sie die Norm: Bei einem Sturz macht das den Unterschied.

Auch die übrige Ausrüstung zählt: Die Ratgeber behandeln Sattel, Trense und Pferdepflege, und der Shop lädt zum Stöbern ein. Bei Fragen erreichen Sie mich jederzeit über die Kontaktseite.

Häufige Fragen

Welche Norm gilt aktuell für Reithelme?

Die harmonisierte europäische Norm ist die EN 1384:2023. Sie ersetzt die früheren Fassungen und verschärft die Schutzanforderungen.

Woran erkenne ich, dass der Helm richtig sitzt?

Er sitzt fest, ohne zu drücken. Beim Kopfschütteln darf er sich kaum bewegen, und der Kinnriemen muss richtig eingestellt sein.

Muss ich den Helm nach einem Sturz ersetzen?

Ja. Auch ohne sichtbaren Riss kann die Stoßdämpfung beeinträchtigt sein. Ersetzen Sie ihn nach jedem stärkeren Aufprall.

Werden ältere Normen noch akzeptiert?

Das hängt vom Verband und von der Disziplin ab, und die Listen ändern sich. Lesen Sie vor einem Turnier das geltende Reglement; kaufen Sie neu einen Helm nach EN 1384:2023.