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Pferdepflege im Winter: Decke, Fütterung, Hufe
Der Winter verlangt gezielte Anpassungen. So schützen Sie Ihr Pferd vor Kälte, Nässe und Schwankungen in der Fütterung.
Von Javols3 Min. Lesezeit
Im Winter braucht das Pferd einen passenden Schutz vor Kälte und Nässe, eine Fütterung, die den höheren Energiebedarf deckt, und eine aufmerksamere Kontrolle der Hufe. Werden diese drei Punkte gut gehandhabt, kommen die meisten Pferde ohne größere Probleme durch die Jahreszeit. Die tägliche Beobachtung bleibt das beste Werkzeug.
Die Decke: wann und wie
Nicht jedes Pferd braucht eine Decke. Ein Tier, das seit Langem draußen lebt, ein dichtes Winterfell und einen Unterstand gegen Wind und Regen hat, reguliert seine Temperatur oft selbst. Beobachten Sie es: Zittert es, steht es mit aufgekrümmtem Rücken und eingeklemmtem Schweif da oder nimmt es trotz ausreichender Ration ab, kann eine Decke helfen.
Wählen Sie die Decke nach Haltungsform (Weide oder Box) und Kälte. Eine zu warme Decke lässt das Pferd schwitzen; eine zu leichte schützt nicht. Prüfen Sie täglich, dass sie nicht scheuert und innen trocken bleibt. Eine durchnässte Decke oder ein Pferd, das darunter schwitzt, kühlt am Ende aus, statt geschützt zu sein. Fahren Sie mit der Hand unter die Decke: Ist das Fell feucht vom Schweiß, nehmen Sie sie ab oder wechseln Sie zu einem leichteren Modell; eine nasse Decke wird ersetzt oder getrocknet.
Unterstand und Weidemanagement
Ein trockener, gut ausgerichteter Unterstand, der groß genug ist, damit das Pferd sich dorthin zurückziehen kann, ist oft wirksamer als eine Decke rund um die Uhr. Achten Sie darauf, dass die Weide nicht dauerhaft zum Morast wird. Gute Drainage und ein regelmäßiger Wechsel des Futterplatzes beugen Huf- und Hautproblemen vor. Ein Pferd, das sich trocken hinlegen und vor dem Wind schützen kann, braucht weniger Energie, um sich warm zu halten.
Fütterung und Wasser
Kälte erhöht den Energiebedarf, besonders wenn das Pferd ohne Decke draußen lebt. Heu bleibt die Grundlage: Bei seiner Verdauung entsteht Wärme. Erhöhen Sie die Menge leicht, wenn das Pferd abnimmt oder die Temperaturen dauerhaft sinken. Jede Umstellung erfolgt über mehrere Tage, um Verdauungsstörungen zu vermeiden.
Wasser muss jederzeit verfügbar und eisfrei sein. Ein Pferd, das weniger trinkt, hat ein höheres Kolikrisiko. Kontrollieren Sie die Tränken bei Frost mehrmals täglich. Elektrolyte oder Ergänzungsfutter sind nur auf tierärztlichen Rat und in bestimmten Situationen sinnvoll (intensive Arbeit, Erholung). Geben Sie keine Zusätze „für den Winter“ ohne klaren Grund.
Holen Sie sich bei Zweifeln an der Ration oder am Ernährungszustand Rat bei Tierarzt oder Pferdeernährungsberater. Der Bedarf hängt von Alter, Arbeit und Rasse ab. Ein älteres Pferd oder ein Fohlen im Wachstum hat einen anderen Bedarf als ein erwachsenes Pferd in mäßiger Arbeit.
Die Hufe im Winter
Matsch, Frost und der Wechsel zwischen nass und trocken setzen dem Horn zu. Tägliches Auskratzen bleibt unverzichtbar: Es entfernt Schmutz und lässt einen beginnenden Strahlfäule-Befall oder eine Empfindlichkeit früh erkennen.
Die Hufbearbeitung (oder das Beschlagen) geht im gewohnten Rhythmus weiter, meist alle sechs bis acht Wochen, je nach Hornwachstum. Ein erfahrener Hufschmied passt seine Arbeit den Bedingungen an. Warten Sie bei Strahlfäule, Hornspalten oder Lahmheit nicht: Fachlicher Rat verhindert, dass sich das Problem verschlimmert.
Hufpflegeprodukte können helfen (feuchtigkeitsspendend bei Trockenheit, schützend bei großer Nässe), ersetzen aber weder Auskratzen noch Hufbearbeitung. Allgemeine Informationen zur Hufgesundheit bietet die Equipédia des IFCE (französisches Pferdeinstitut, auf Französisch).
Allgemeine Kontrolle und Warnzeichen
Der Winter beseitigt die üblichen Risiken nicht. Achten Sie auf Appetit, Kot, Atmung und Verhalten. Husten, schneller Gewichtsverlust oder Lahmheit sind ein Grund, den Tierarzt zu rufen. Ältere Pferde oder solche mit Gelenkproblemen brauchen eventuell zusätzliche Anpassungen (Fütterung, Unterstand, weniger Arbeit).
Zeichen, die aufhorchen lassen sollten:
- Appetitlosigkeit oder Verweigern des Trinkens.
- Anhaltender Husten oder Nasenausfluss.
- Lahmheit oder ungewöhnliche Wärme an den Beinen.
- Verhaltensänderungen (Teilnahmslosigkeit, ungewohnte Unruhe).
Rufen Sie in diesen Fällen ohne Zögern den Tierarzt. Der Winter kann manche Probleme verdecken oder verschlimmern.
Ein gut vorbereiteter Winter heißt: tägliche Beobachtung, ein ordentlicher Unterstand, gutes Heu und kontrollierte Hufe. Diese einfachen Handgriffe machen den Unterschied zwischen einem Pferd, das ruhig durch die Jahreszeit kommt, und einem, bei dem sich kleine Probleme häufen.
Mehr dazu: Die Ratgeber erklären das Putzen und die Hufpflege im Detail, und im Blog finden Sie weitere praktische Tipps. Werfen Sie auch gern einen Blick in den Shop oder in die häufigen Fragen.
Häufige Fragen
Müssen alle Pferde im Winter eingedeckt werden?
Nein. Ein an das Klima gewöhntes Pferd mit gutem Winterfell und Unterstand braucht oft keine Decke. Beobachten Sie, ob es zittert oder abnimmt, bevor Sie entscheiden.
Wie passe ich die Fütterung an?
Erhöhen Sie die Heumenge leicht, wenn das Pferd draußen lebt und friert. Jede Rationsänderung erfolgt schrittweise und im Zweifel nach Rücksprache mit Tierarzt oder Pferdeernährungsberater.
Leiden die Hufe im Winter mehr?
Ja, durch Matsch und Frost. Tägliches Auskratzen und regelmäßige Hufbearbeitung bleiben unverzichtbar. Ziehen Sie den Hufschmied hinzu, wenn sich das Horn verschlechtert.
Wann rufe ich den Tierarzt?
Bei Appetitlosigkeit, anhaltendem Husten, Lahmheit oder Anzeichen einer Kolik. Auch im Winter gibt es die üblichen Notfälle.
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